Zäh grüeni Fläschli
... hanged a der Wand. Und wänn eis obe-n abe gheit, wänn eis obe-n abe gheit...
Das Kinderlied vom schrumpfenden Flaschenbestand erhält hier einen bedrückenden Hintergrund, denn es sind nicht gerade direkt "Fläschli", die da dezimiert werden, sondern die Erben des Hauses Graus. Ein heimtückischer Mörder murkst sie ab, einen nach dem andern, und auch wenn es sich fast durchwegs um unangenehme Zeitgenossen handelt, möchte man doch, dass diesem Treiben Einhalt geboten wird, bevor es dem harmlosen Perry Potter oder der sympathischen Anne Franklin an den Kragen geht.
In dieser rabenschwarzen Komödie haben wir alle Register gezogen, Bühnenbild, Kostüme und Special Effects waren ausgefeilt wie noch nie, und auch heute noch, Jahre danach, denken wir mit Aufregung und leichtem Gruseln an die zehn Fläschchen zuück.

(Für den Sekretär Peregrine Potter wird's allmählich eng...)
Auf der Bühne

glaubt, er sei das Oberhaupt der Familie

kümmert sich um ihre Rosenbeete, jedenfalls um das, was über dem Boden liegt

ist bösartig, egoistisch, verfressen und ungehobelt

auch wenn sie Männer frisst, ist sie noch fast das Harmloseste, was die Familie Graus zu bieten hat

die Haushälterin, die an manchem schuld sein könnte

der undurchsichtige Notar und Familienanwalt

als Betreuerin von Cäsar Graus steht sie auf verlorenem Posten

kann sich nur sehr kurz über ein Erbe aus heiterem Himmel freuen

vielleicht hilft dem Sekretär seine Unscheinbarkeit über die Runden?
Hinter der Bühne
Hund
Es ist eine alte Weisheit im Theater: Bring Kinder und/oder Hunde auf die Bühne, und du brauchst schon gar nicht mehr zu spielen - die ziehen die ganze Aufmerksamkeit auf sich.
Wir haben es dann trotzdem versucht und sogar zwei Hunde auf die Bühne gebracht (Sie hiessen "Sodom" und "Gomorrha") und - was soll ich sagen - soo schlimm war's dann doch nicht. Vielleicht auch, weil die Hunde nicht ganz echt waren. Hier sieht man übrigens einen von ihnen:

Presse
Am 1. April 2003 erschien eine Besprechung im Bülacher Tagblatt
